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Windows Server 2008 R2 - Virtualisierung mit App-V

Jetzt werden die Anwendungen virtuell. Mit der revolutionären App-V-Technologie hebt Microsoft die Abhängigkeit der Applikationen vom Betriebssystem auf und räumt damit eine ganze Reihe an Kompatibilitätsproblemen aus dem Weg, die so alt sind wie Windows selbst. Dirk Becker erzählt in dieser Session mehr zu App-V.

 

 

 

Was ist App-V?

 

Die Frage könnte auch lauten: Was ist Anwendungsvirtualisierung? An die Möglichkeit, ganze Computer zu virtualisieren, haben wir uns Dank Virtual PC, Hyper-V und anderer Möglichkeiten schon gewöhnt. Wie aber funktioniert das nun, eine Anwendung zu virtualisieren? Im Prinzip ganz ähnlich. Wie bei einer virtuellen Maschine übernimmt eine Zwischenschicht die Verteilung der Ressourcen. Nur eben, dass nicht der ganze Computer mit Festplatte, Grafik usw. zur Verfügung gestellt wird, sondern die Ressourcen, die eine Anwendung benötigt.

 

Microsoft hat im Sommer 2006 die Firma Softricity übernommen, die mit ihrem Produkt Softgrid eine Lücke im Virtualisierungsangebot von Microsoft schloss. Aus Softgrid wurde inzwischen Microsoft Application Virtualization, besser bekannt als App-V. Die Version 4.5 ist die erste komplett unter Federführung von Microsoft entwickelte Version. Microsoft Application Virtualization ist aber mehr als nur ein einzelnes Tool, sondern vielmehr eine Suite aus Softwarekomponenten für die Virtualisierung und Verteilung von Anwendungen.

 

 

Wie funktioniert App-V?

 

Auf dem Client-Rechner werden virtualisierte Anwendungen in einem Container ausgeführt, was sie vom Betriebssystem abkapselt. Die Verteilung der Software gelingt ohne Installation, so dass Probleme mit anderen Programmen oder Betriebssystemversionen vermieden werden. Das erlaubt es sogar, mehrere Versionen derselben Software parallel zu betreiben. Dies wäre beispielsweise bei Microsoft Office gar nicht anders möglich.

 

Alles, was App-V auf dem Arbeitsplatzrechner voraussetzt, ist ein installierter Agent als Client-Komponente. Die Anwendungen selbst werden auf dem App-V-Server vorgehalten und verwaltet. Der Server streamt die Software auf die Schirme der Anwender, sobald der Client diese anfordert. Diese Form der Verteilung nennt sich deshalb Streaming, weil der Code der Applikationen in Echtzeit zum Client übertragen wird. Gestreamt werden dabei nur die jeweils benötigten Teile der Anwendung, um die Netzwerkressourcen zu schonen. Werden die auf dem Server liegenden Anwendungen aktualisiert oder geändert, erhält der User automatisch ein Update.

 

Würde ein Unternehmen konsequent alle Anwendungen über App-V ausliefern, müssten PCs und Laptops nur mit einem standardisierten Betriebssystem-Image sowie einem App-V-Client versehen werden. Sobald sich der Benutzer anmeldet, erscheinen automatisch sämtliche Verknüpfungen zu allen für ihn vorgesehenen Applikationen. Beim ersten Start eines Programms wird diese in Echtzeit vom Server gestreamt. Bei Aktualisierung der zentral gehosteten Applikation erhält der Benutzer-PC automatisch das entsprechende Update.

 

App-V regelt den Zugriff auf Applikationen über definierbare Rollen und Zugriffsprofile im Active Directory. Anwendungen können auf dem Client zwischengespeichert oder aber bei jedem Aufruf neu geladen werden. Außerdem lassen sich virtualisierte Applikationen untereinander verknüpfen („Dynamic Suite Composition“). Abhängige Komponenten, wie beispielsweise eine Java Virtual Machine für den Internet Explorer - können auch später hinzugeladen werden.

 

 

Aufbau einer App-V-Infrastruktur

 

Der Aufbau einer App-V-Infrastruktur erfolgt grundsätzlich in drei Schritten:

 

• Application Virtualization Management Server installieren: Dabei wird eine Datenbank im SQL Server definiert und angelegt. Der Server enthält eine Konsole mit dem imposanten Namen "Microsoft System Center Application Virtualization Management Console", mit der sich die zentrale Softwareverteilung steuern lässt.

• Software-Pakete mit Hilfe des " Sequencer" generieren.

• Client "Microsoft Application Virtualization for Desktops" auf allen benötigten PCs installieren.

 

Die Client-Software Microsoft Application Virtualization for Desktops muss auf jedem PC installiert werden. Einzige Voraussetzung dafür ist Internet Explorer ab Version 6. Anschließend müssen der oder die Server, von denen Applikationen bezogen werden können, angegeben werden. Der Client lädt dann - üblicherweise bei jedem Login - die aktuelle Liste von Applikationen vom Server. Dieser publiziert die Verknüpfungen der Anwendungen automatisch auf der Workstation. Lediglich ein kleines Icon im Infobereich der Taskleiste verrät dem aufmerksamen Anwender, dass die Anwendung nicht von der lokalen Platte gestartet, sondern im Hintergrund zunächst vom App-Server gesaugt wird.

 

 

Varianten der Verteilung der Anwendungen

 

Im Wesentlichen kann zwischen drei verschiedenen Varianten zur Verteilung von Anwendungen gewählt werden:

• "System Center Application Virtualization Management Server": der komplexe Ansatz mit Authentifizierung über Active Directory, zentralem SQL-Server und dem vollen Streaming-Ansatz inklusive umfassender Management-Optionen.

• "System Center Application Virtualization Streaming Server": leichtgewichtige Variante des App-V-Servers. Ohne Datenbank und Active Directory eignet er sich beispielsweise für kleinere Niederlassungen eines Unternehmens. Diese Variante übernimmt nur das Streaming, verzichtet unter anderem aber auf die Verteilung und Desktop-Verknüpfungen für Programmpakete.

• Stand-Alone: Dieser Modus erlaubt die virtuelle Ausführung von Anwendungen, jedoch ohne Streaming und zentraler Steuerung (etwa von Lizenzkontingenten). Diese Art der Ausführung ist jedoch kompatibel zum " Systems Management Server/System Center Configuration Manger 2007", so dass sich die Pakete mit dessen Hilfe verteilen lassen. Sie können auch über einen Web-Server (nur IIS) via http, über Laufwerksfreigaben in Form von MSI-Installationspaketen oder auch über CDs oder USB-Sticks zum Endbenutzer gelangen.

 


App-V Voraussetzungen

 

Application Virtualization 4.5 ist ausschließlich für Microsoft-Kunden mit Software Assurance als Bestandteil des Microsoft Desktop Optimization Pack (MDOP) verfügbar. Der App-V-Server setzt mindestens einen Windows 2003 SP2, das .NET-Framework 2, einen SQL Server (auch die "Express"-Version) sowie ein Active Directory voraus.

Microsoft benennt einige Applikationen, die sich nur mit höherem Aufwand oder gar nicht virtualisieren lassen. Dies ist besonders dann der Fall, wenn sie einen Treiber auf Systemebene (etwa einen USB-Gerätetreiber) oder Boot-Dienste installieren, COM+ verwenden, MAPI-Virtualisierung erfordern oder wenn ihre Lizenzierung an die Hardware gebunden ist, beispielsweise über einen Dongle.

 

Microsoft legt mit App-V eine umfassende Plattform für Applikations-Virtualisierung vor, die nahezu sämtliche Anforderungen berücksichtigt. Dadurch wächst zwar die Komplexität der zu betreibenden Umgebung, aber bei sorgsamer Planung und Wahl verschiedener Modi lässt sich App-V gut auf die Bedürfnisse eines Unternehmens abstimmen.

 

 

Weiterführende Informationen


 

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About the Author
  • Dennis is Digital Marketing Lead and ensures the delivery of fresh new content for the German Coffee Coaching Blog and the German Converged Infrastructure Blog as well as connecting the community with the SMEs in HP.
  • My Career: Merketing/Communications My Passion: Graphic arts / travel
  • Moira is a strategist who has done marketing for the technology industry for over a decade. She enjoys cycling and has ridden across America, down the Pacific Coast and along the Danube.
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