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IT-Gipfel im Jahr 7: alternativlos, aber verbesserungsfähig
Im Sommer 2006 fand der erste Nationale IT-Gipfel in Potsdam im kleinen Kreis (150 Teilnehmer) statt. 2012 findet der nunmehr siebente IT-Gipfel statt – BITKOM und BMWi erwarten am 12./13. November um die 1000 Gäste, die sich über das Jahr hinweg in acht Arbeitsgruppen eingebracht haben.
Welche Rolle spielt der IT-Gipfel für die IT-Standortpolitik? Was wurde erreicht? Wie kann es weitergehen? Angesichts der Frage, ob der IT-Gipfel auch nach der kommenden Bundestagswahl fortgesetzt werden soll, haben wir Blitzumfrage unter Experten durchzuführen, auf die 164 Experten antworteten. Anbei die wichtigsten Ergebnisse:
Wie wichtig ist der IT-Gipfel?
Dem IT-Gipfel wird von den Experten eine hohe, aber keine überragende Bedeutung für die IT-Standortpolitik beigemessen. Auf einer Skala von 1 (geringe Bedeutung) bis 5 (hohe Bedeutung) ergab sich ein Durchschnitt von 3.5.
Grafik 1: Wie hoch ist die Bedeutung des IT-Gipfels für die IT-Standortpolitik?
(1=geringe Bedeutung, 5= hohe Bedeutung)
Deuten diese Zahlen auf eine grundsätzliche Skepsis gegenüber dem IT-Gipfel hin? Wohl eher nicht: 85 Prozent der Teilnehmer sprechen sich für eine Fortsetzung des IT-Gipfels über das Jahr 2012 hinaus aus. Kurz: Der IT-Gipfel wird als wichtiger, aber nicht als einzig notwendiger Bestandteil einer erfolgreichen IT-Standortpolitik gesehen.
Grafik 2: Sollte der IT-Gipfel-Prozess über das Jahr 2012 hinaus fortgesetzt werden?
Wichtigste Funktion: Vernetzung
Die wichtigste Funktion des IT-Gipfels ist dabei offensichtlich die dauerhafte Vernetzung von Wirtschaft, Wissenschaft und Politik – sie wurde mit 593 Punkten mit Abstand als Priorität identifiziert (pro Frage konnten 1, 3 oder 5 Punkte vergeben werden). Aber auch konkrete Arbeitserfolge des IT-Gipfels werden hoch eingeschätzt – unter anderem die Digitale Dividende (442 Punkte) und die Initiativen Deutschland sicher im Netz (418 Punkte) und der Software Campus (340 Punkte). Der IT-Gipfel wird sowohl als Vernetzungsplattform als auch als Instrument zur Umsetzung konkreter Vorhaben geschätzt.
Grafik 3: Was sind die größten Erfolge des IT-Gipfel-Prozesses? (1, 3, 5 Punkte)
Perspektiven: Fokussierung, Anwenderbranchen, Internationalisierung
Was könnte am IT-Gipfel verbessert werden? Den größten Optimierungsbedarf sehen die Experten bei der Fokussierung auf einige wenige Themen (550 Punkte). Die Fülle an Arbeitsgruppen mit komplexen Unterstrukturen wird zunehmend als problematisch empfunden, ebenso das Fehlen einer einheitlichen Botschaft.
Darüber hinaus zeichnet sich die Botschaft ab, dass der IT-Gipfel-Prozess nicht der Gefahr der Bauchnabelschau erliegen darf. Die Experten empfehlen eine verstärkte Einbindung der Anwenderbranchen (503 Punkte). Weiterer Handlungsbedarf wird bei der Einbeziehung internationaler Akteure (497 Punkte)gesehen – eine erfolgreiche deutsche IT-Standortpolitik kann nicht national definiert werden, sondern muss international gedacht werden.
Grafik 4: Was könnte beim IT-Gipfel optimiert werden? (1, 3, 5 Punkte)
Zu guter Letzt noch ein Meinungsbild zum Austragungsort eines achten IT-Gipfels: Hier sprechen sich die Experten eindeutig für Berlin aus (57 Prozent), gefolgt von Hamburg (18 Prozent).
Grafik 5: Gewünschter Austragungsort des nächsten IT-Gipfels
Fazit
Der IT-Gipfel ist unter Experten über die kommende Bundestagswahl hinaus gesetzt als wichtiges Element einer IT-Standortpolitik – 85 Prozent sprechen sich für eine Fortsetzung aus.
Gleichzeitig bietet die kommende Zäsur einer Bundestagswahl Gelegenheit, über die Optimierung des IT-Gipfel-Prozesses nachzudenken: Fokussierung, die Einbindung der Anwenderbranchen sowie die stärkere Internationalisierung stehen dabei ganz oben auf der Agenda.





